Bipolare Störung – manisch-depressiv

Höhenflüge und tiefe Täler

Bipolare Störungen sind in der Regel schwer verlaufende affektive Störungen. Betroffene durchleben starke Stimmungsschwankungen. Diese zeichnen sich durch manische Phasen voller Energie, Euphorie und Selbstüberschätzung sowie depressiven Phasen, die von großer Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Traurigkeit geprägt sind, aus. Dabei gibt es für gewöhnlich keine äußeren Auslöser, die die einzelnen Phasen erklären könnten. Die Stimmungsschwankungen treten in den meisten Fällen episodisch und unabhängig von der gegenwärtigen Lebenssituation auf. Eine bipolare Störung ist in Ausprägung und Dauer der einzelnen Phasen sehr unterschiedlich. Dass bipolare Störungen sehr vielfältig sind zeigt auch, dass es sogar eine Mischphase gibt. In dieser treten Manie und Depression zeitgleich auf. In Deutschland sind zwischen ein bis drei Prozent der Bevölkerung von bipolaren Störungen betroffen. Männer und Frauen sind gleichermaßen von der Erkrankung betroffen. Häufig leiden Betroffene unter weiteren psychischen Problemen, wie einer Persönlichkeitsstörung oder einer Angst- und Panikstörung.

Diagnose

Eine bipolare Störung ist in der Regel schwer zu diagnostizieren, da sie oftmals anderen psychischen Erkrankungen, wie einer klassischen Depression oder auch einer Schizophrenie gleicht. Aufgrund der Vielfältigkeit des Krankheitsbildes bedarf es zur sicheren Diagnose einer umfassenden und ausführlichen Befragung der Betroffenen und den nächsten Angehörigen. Dabei sind neben den gegenwärtigen Beschwerden auch die Stimmungsschwankungen und deren Entwicklungen in der Vergangenheit von Bedeutung. Für eine sichere Diagnosestellung müssen betroffene Patienten auch körperlich untersucht werden. Hierdurch lassen sich Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden besser ausschließen. Durch Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), Elektrokardiogramm (EKG), Elektroenzephalografie (EEG) und Bluttest mit anschließender Labordiagnostik können organische Ursachen wie Hirntumore, Epilepsie, Parkinson, Demenz, Hormonstörungen aber auch Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebenniere ausgeschlossen werden.

Frühzeitige Behandlung wichtig

Eine frühzeitige Diagnose einer bipolaren Störung ist von besonderer Bedeutung, da sich diese besonders positiv auf den weiteren Behandlungsverlauf auswirken kann. Denn hierdurch kann in den meisten Fällen ein chronischer Krankheitsverlauf verhindert werden, der häufig zu schweren gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen führt. Eine frühzeitige Behandlung hingegen kann Krankheitsphasen hinauszögern oder sogar komplett vermeiden. Für die Betroffenen und deren Angehörigen ist jedoch wichtig zu wissen, dass eine bipolare Störung mit modernsten Therapiemethoden gelindert jedoch nicht geheilt werden kann. Eine Therapie muss deshalb konsequent und dauerhaft durchgeführt werden, damit sich die Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessert.

Therapie

Die Behandlung einer bipolaren Störung wird in eine Akutbehandlung und einer vorbeugenden Behandlung gegliedert. Bei der Akuttherapie werden mit Hilfe von stimmungsstabilisierenden Medikamenten in Kombination mit einer psychotherapeutischen Versorgung bestehende manische oder depressive Phasen abgeschwächt. Je nach Schweregrad und Ausprägung der Symptome werden antimanische, antidepressive oder prophylaktische Medikamente gegeben.

Prophylaktische Behandlung

Auch bei der prophylaktischen Behandlung gehen Psychotherapie und die Gabe von Stimmungsstabilisatoren Hand in Hand. Sie beginnt, sobald sich die jeweilige Stimmungslage des Betroffenen normalisiert hat und dient dazu erneute Krankheitsepisoden langfristig zu verhindern. Der Zeitraum einer vorbeugenden Behandlung richtet sich dabei immer nach der Anzahl der Phasen. Unseren erfahrenen Psychologen und Psychotherapeuten ist eine verantwortungsvolle Medikamenteneinstellung besonders wichtig. Denn aufgrund der unterschiedlich stark ausgeprägten Symptome und Phasen wird die empfohlene Medikamentengabe nach den individuellen Bedürfnissen eines jeden Betroffenen ausgerichtet. Die Medikamente müssen dabei stets nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden, da sich die Wirkung auf das zentrale Nervensystem erst nach einigen Wochen entfaltet.

Experten

Dr. med. Dirk Arenz

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Werdegang
Dr. med. Wolfgang Huff

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Leitender Oberarzt

Dr. med. Dietmar Kirch

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Oberarzt

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Oberärztin