Achillessehnenriss

Wenn die stärkste Sehne reißt

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet den Wadenmuskel mit dem Fersenbein und ermöglicht die Abrollbewegung beim Gehen. Bei einem Achillessehnenriss wird die Sehne durchtrennt oder reißt vom Fersenbein ab. Gefährdet sind typischer weise Sportler, oder Menschen mittleren Alters, die abrupt abspringen oder abstoppen müssen.

Diagnose

Im Zuge der körperlichen Untersuchung suchen die Ärzte nach einer tastbaren Delle in der Sehne und nehmen einen Waden-Drucktest. Die Patienten werden außerdem aufgefordert, sich auf die Zehen zu stellen. Geht das nicht, ist das ein Zeichen für einen Riss der Achillessehne.

Bildgebende Untersuchungen sichern Befund ab

Bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung und Kernspin (MRT) sichern den Befund ab.

Jogger

Therapie

Ob die Verletzung chirurgisch oder konservativ behandelt werden muss, hängt vom Ausmaß der Verletzung ab. Außerdem spielt es eine Rolle, ob und in welchem Umfang die Patienten danach wieder körperlich arbeiten müssen oder Sport treiben wollen. Operativ versorgte Achillessehnen sind später zumeist belastbarer und das Risiko für einen erneuten Riss ist geringer.

Spezielle Orthesen zur Stabilisierung

Liegen die Sehnenenden nach einer Ruptur weiterhin beieinander, kann die Verletzung grundsätzlich auch ohne OP im Verlauf von ungefähr sechs Wochen ausheilen. Wird nicht operiert, wird der Unterschenkel in Spitzfußstellung (Erhöhung des Fersenbereichs) ruhiggestellt. Sie müssen eine spezielle Orthese tragen, bei der im Verlauf von sechs bis acht Wochen die Spitzfußstellung schrittweise normalisiert werden kann.

Spezielle Nahttechniken bei schwierigen Fällen

Beim chirurgischen Standardverfahren wird die Sehne genäht. Ist die Sehne durch Vorschädigungen in schlechter Verfassung, kommen an der Riss-Stelle entweder spezielle Nahttechniken zum Einsatz. Alternativ wird zur Verstärkung zusätzlich körpereigenes Sehnenmaterial eingearbeitet. Nach der Operation erhalten die Patienten für sechs Wochen eine spezielle Orthese in der so genannten Spitzfußstellung. Alle zwei Wochen wird der Winkel reduziert.

Nachbehandlung

Weil die Heilung der Sehne im Vordergrund steht, ist Physiotherapie ist erst nach ungefähr vier bis sechs Wochen sinnvoll. In jedem Fall sollte eine Bewegungstherapie an die Behandlung anschließen, wobei die Belastung des betroffenen Beines sukzessive gesteigert wird.  

Experten

Dr. med. Ilja Windrath, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Ilja Windrath

Chefarzt

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Dr. med. Christoph Fier, Leitender Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Christoph Fier

Leitender Oberarzt

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Dr. med. Stephanie Adam

Dr. med. Stephanie Adam

Oberärztin

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Dr. med. Fred Thomalla, Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Fred Tomalla

Oberarzt

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