Therapie

Eine Herzinsuffizienz ist in den meisten Fällen nicht heilbar. Die Beschwerden können jedoch gelindert, die Leistungsfähigkeit gesteigert und das Fortschreiten der Erkrankung hinausgezögert werden. Eine optimal ausgerichtete Herzinsuffizienz-Therapie besteht daher aus verschiedenen Behandlungssäulen, die stets an den Schweregrad der Erkrankung angepasst werden. Dabei können die Betroffenen mit einer gesunden und ausgewogenen Lebensführung, zu der auch eine angemessene Bewegung zählt, aktiv zu einem erfolgreichen Behandlungsverlauf beitragen. Eine verantwortungsvolle medikamentöse Therapie ist außerderm von zentraler Bedeutung. Die individuelle Einstellung einer Herzschwäche-Therapie erfolgt für unsere Patienten auf Basis der aktuellen Leitlinien und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Die Diagnose Herzinsuffizienz ist für Betroffene mit zahlreichen Veränderungen und Herausforderungen verknüpft. Unsere Kardiologen legen daher besonderen Wert auf eine individuelle und umfassende Beratung zu möglichen Therapiemethoden. Im Fokus stehen hierbei jederzeit der Erhalt und die Steigerung der Leistungsfähigkeit unserer betroffenen Patienten.

Herzschrittmacher

Bei jedem dritten Betroffenen pumpen die beiden Herzkammern nicht mehr synchron (gleichzeitig). Systeme zur kardialen Resynchronisation, von Kardiologen als CRT-Systeme bezeichnet, sind Schrittmachersysteme, die mit einer dritten Elektrode ausgestattet sind. Das Gerät umfasst somit sämtliche Funktionen eines normalen Herzschrittmachers, bietet ergänzend jedoch die Möglichkeit, die rechte und linke Herzkammer synchron zu stimulieren.

Ziel einer kardialen Resynchronisationstherapie ist, die Kontraktion der beiden Herzkammern aufeinander abzustimmen, zu resynchronisieren. Dies führt bei einer Herzschwäche zu einer verbesserten Überlebenschance und zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. CRT-Systeme werden bevorzugt Patienten empfohlen, bei denen mittels EKG ein sogenannter Linksschenkelblock festgestellt wurde. Bei Herzschwäche-Patienten mit einem zu langsamen Herzschlag, von Kardiologen Bradykardie genannt, kann die Implantation eines konventionellen Herzschrittmachers eine erfolgreiche Therapiemethode sein.

Defibrillatorweste Life Vest

Ein weiteres Defibrillatorsystem ist die sogenannte LifeVest in der Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten. Die LifeVest ist eine Defibrillatorweste, die direkt am Körper getragen wird und das Herz der Betroffenen kontinuierlich überwacht. Bei einer lebensbedrohlichen Veränderung des Herzrhythmus alarmiert die LifeVest durch deutlich hör-, sicht- und spürbare Signale die Patienten. Bei Bewusstlosigkeit gibt die Defibrillatorweste hingegen selbstständig einen elektrischen Schock ab. Hierdurch kann in den meisten Fällen ein normaler Herzrhythmus erzielt werden - ohne die Anwesenheit oder das Eingreifen Dritter. Die LifeVest wird in der Regel von Patienten getragen, die ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod aufweisen, bei denen gleichzeitig jedoch eine Chance auf Erholung des Herzens besteht. In den meisten Fällen wird die Defibrillatorweste über einen Zeitraum von drei Monaten getragen.

Bypassoperation

Liegt eine Engstelle der Herzkranzgefäße (Stenose) vor, wird diese zur Verbesserung der Durchblutung im Rahmen einer Revaskularisierung beseitigt oder wieder eröffnet. Ist eine Behandlung mit Herzkatheter nicht möglich, werden die Patienten zur Durchführung einer Bypassoperation in das Herzzentrum der Uniklinik Köln oder in die Wunschklinik des Betroffenen verlegt. Darüber hinaus erfolgen in erfolgreicher Kooperation mit der Uniklinik Köln eine operative oder interventionelle Behandlung von Herzklappenerkrankungen sowie Herztransplantationen. Die Indikation hierfür wird zuvor im Rahmen des vorhergehenden Behandlungsprozesses durch die spezialisierten Kardiologen des Marien-Hospital Euskirchen gestellt.

Spezialisierte Pflege beim stationären Aufenthalt

Herzinsuffizienz ist nicht nur die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte, die Anzahl der betroffenen Patienten steigt stetig. Daher wurden zur Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten strukturierte und qualifizierte Versorgungskonzepte entwickelt, die die Überlebenschancen der Betroffenen erhöhen und die Lebensqualität erheblich verbessern. Elementarer Bestandteil des Versorgungskonzeptes sind spezialisierte Pflegekräfte.

Sie absolvieren eine spezielle Weiterbildung, die sie zur fachspezifischen Behandlung von Herzinsuffizienz-Patienten qualifiziert. Dadurch haben sie ein breites Wissen zum Krankheitsbild, zu Vor- und Begleiterkrankungen sowie zur pflegerischen und medikamentösen Behandlung von Patienten mit Herzschwäche. Mit Ihrer Expertise ist unsere Herzinsuffizienzschwester fester Bestandteil bei der Patientenbetreuung, der Koordination der Patientenversorgung, der Entlassplanung und bei der Dosierung und Anpassung der Medikation. Darüber hinaus übernimmt sie bei der Verlaufskontrolle der Erkrankten eine wichtige Funktion. Sie steht Betroffenen während des gesamten stationären Aufenthalts als erste Ansprechpartnerin zur Seite. Unsere Patienten profitieren während ihres Aufenthaltes hierdurch von einer kompetenten Versorgung.