Beckenbodenzentrum

Im Rahmen unserer Tätigkeit behandeln wir die Probleme der Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden.

Die Blasenschwäche ist eine Volkskrankheit, die in jedem Alter auftreten kann. Sie ist kein Einzelschicksal und auch kein Anzeichen von Altersschwäche.

Die Gynäkologin Jeannette Brown (USA) sagte: "Die Blasenschwäche bringt Sie nicht um, sie nimmt Ihnen nur das Leben." Aber nur, wenn Sie nicht rechtzeitig etwas unternehmen! Deshalb gilt: frühe Therapie – beste Erfolgschancen!

Diese Formulierung bedeutet also, dass eine Selbstheilung bei der Senkung oder Blasenschwäche unwahrscheinlich ist. Die bessere Lösung: Sie übernehmen die Initiative und erkundigen sich nach den Möglichkeiten einer Behandlung, z.B. in unserem Beckenbodenzentrum.

Formen der Inkontinenz

Harninkontinenz: diese bedeutet unwillkürlicher Urinverlust. Um die richtige Behandlung herauszufinden, muss zunächst die Form der Harninkontinenz diagnostiziert werden.

Belastungsinkontinenz: durch den Anstieg des Drucks im Bauchraum unter körperlicher Belastung wie Heben, Husten, Lachen, Niesen oder Joggen kann der Verschluss der Harnröhre den Urin in der Harnblase nicht zurückhalten und es kommt zu unwillkürlichem Urinabgang.

Überaktive Blase mit und ohne Dranginkontinenz: diese zeichnet sich durch eine zu empfindliche Blase aus, welche sich häufig, unabhängig von der Urinmenge, entleert. Der Dranginkontinenz folgt häufig ein teilweise schmerzhaftes, nicht unterdrückbares Dranggefühl. Die Betroffenen sind gezwungen häufiger die Toilette zu besuchen.

Mischinkontinenz: in einem Drittel der Fälle können beide Formen, das heißt Drang- und Belastungsblasenschwäche, kombiniert auftreten.

Senkungsbeschwerden (Deszensus): je nach Organ das gesenkt ist, spricht man von einer Blasen-, Gebärmutter- oder Darmsenkung. Die Blasenschwäche und -senkung sind zwei unterschiedliche Krankheiten, die getrennt oder gemeinsam auftreten können. Eine Blasensenkung kann die Inkontinenz verschlimmern oder aber auch die Entleerung der Blase verhindern.

Diagnostik

Um eine genaue Diagnose zu erstellen und Ihnen einen optimalen Therapievorschlag zu machen, müssen wir erst einige Untersuchungen durchführen. Wir legen sehr viel Wert auf eine genaue Anamnese, um alles wissenswerte über Ihre Probleme zu erfahren. Danach werden die Druckverhältnisse in der Blase und Harnröhre mit Hilfe einer computergesteuerten Messeinheit gemessen (Urodynamische Untersuchung). Nach der Urodynamik folgt eine spezielle gynäkologische Untersuchung, bei der wir mit Ultraschall die Funktion Ihres Beckenbodens sowie Lageveränderungen der Harnröhre und der Blase beim Husten und Pressen aufzeigen können. Dabei können wir auch das Verschlusssystem der Harnröhre prüfen. Anschließend führen wir mit Ihnen ein Beratungsgespräch über die mögliche Behandlung Ihres Problems.

Bitte bedenken Sie, dass es sich um viele verschiedene Aspekte der Problematik handelt. Bitte planen Sie daher für den Termin genügend Zeit ein.

Konservative Therapie

Die konservative (nichtoperative) Therapie ist die erste therapeutische Wahl, dazu zählen:

  • Trink- und Toilettentraining
  • lokale Anwendung weiblicher Sexualhormone
  • Beckenbodenphysiotherapie mit Elektrostimulation
  • Biofeedback
  • Medikamente, die die Blase entspannen und die Harnröhre stärken
  • Beckenbodengymnastik unter fachlicher Anleitung
  • Pessartherapie
  • Ernährungsberatung bei Harninkontinenz und Senkungsbeschwerden.

Die individuellen Möglichkeiten dieser Therapiebausteine werden mit Ihnen ausführlich besprochen.

Dabei gilt es neben der Beschwerdesymptomatik auch das private Umfeld und die berufliche Situation mit den jeweiligen Anforderungen zu berücksichtigen.

Wann eine Operation erforderlich ist, wird in einem gemeinsamen Gespräch geklärt.

Operative Therapie

Harninkontinenz-Operationen und die operative Beseitigung einer Blasen-, Enddarm- oder Gebärmuttersenkung müssen mit Bedacht angewandt und häufig auch getrennt eingesetzt werden, um den besten Erfolg zu erreichen.

Eine der bekanntesten Belastungsinkontinenz-Operationen ist die sogenannte Bändchen-OP oder auch TVT/TOT. Dabei wird durch die Scheide ein Netzband spanungsfrei um die Harnröhre gelegt. Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten und bringt eine sofortige Besserung der Inkontinenzproblematik. Diese Methode erzielt eine Erfolgsrate von bis zu 90%.

Wenn der Beckenboden seine Spannung verliert, rutschen die Beckenorgane (Gebärmutter, Scheide, Blase, Enddarm) ab und können sogar vor dem Scheideneingang sichtbar werden (der sog. Vorfall). Je nach Ursache werden unterschiedliche OP-Verfahren eingesetzt. Das eigene Bindegewebe wird mit dem Alter leider immer schwächer, was häufige Rückfälle nach solchen Operationen begünstigt. Um eine möglichst lange rückfallfreie Periode zu erreichen, kann in bestimmten Fällen der Beckenboden durch ein Netzimplantat korrigiert werden. Es wächst in das Binde- und Stützgewebe ein und stabilisiert so den Beckenboden. Ein erneutes Absenken der Beckenorgane wird dadurch verhindert. Diese Behandlungsmethode sorgt vor allem bei Frauen mit einer ausgeprägten Beckenbodensenkung für langanhaltende Heilung und ermöglicht wieder eine uneingeschränkte Freude am Leben.

FA Jacek Goldzinski

Leitung Beckenbodenzentrum

Facharzt

Jacek Goldzinski

Chefarzt Gynäkologie

 

Termine nach Vereinbarung:
Sekretariat: Elke Bresgen, Astrid Teschke
Tel.: 0 22 51 – 90 12 16
Fax: 0 22 51 – 90 12 17
E-Mail: sekretariat.gynäkologie(at)marien-hospital.com