Das Marien-Hospital heute

Das Marien-Hospital Euskirchen ist ein Krankenhaus der Regelversorgung mit 431 Betten und gleichzeitig Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn. Jährlich werden ca. 16.000 Patienten stationär und 26.000 Patienten ambulant behandelt.

Ganz im Sinne des christlichen und stifterischen Auftrages, die Gesundheit der Menschen zu erhalten und krankheitsbedingten Leiden der Menschen zu lindern, wird im Marien-Hospital eine moderne patientenorientierte Versorgung sichergestellt und kontinuierlich weiterentwickelt, um den rasanten Entwicklungen der Medizin zu entsprechen.

Um in Einklang mit unseren Qualitätsgedanken und Zielen zu sein, haben für uns die „Behandlung der kurzen Wege“ und die „ganzheitliche Behandlung“ unserer Patienten oberste Priorität. Dafür entwickeln wir stetig neue Maßnahmen und Versorgungskonzepte:

  • Durch Kooperationen mit anderen Leistungserbringern wurden und werden Versorgungskonzepte zum Wohle des Patienten entwickelt und realisiert. So erfolgt über die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten, Belegärzten, der kassenärztlichen Notfallpraxis und die Anbindung der Praxen des Ärztehauses am Marien-Hospital eine nahtlose Überleitung der Patienten vom ambulanten in den stationären Versorgungsbereich.
  • Neben der Etablierung des Brustzentrums und der Niederlassung eines internistischen Onkologen am Krankenhaus hat sich in den letzten Jahren ein onkologischer Behandlungsschwerpunkt entwickelt. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine strahlentherapeutische Behandlungsmöglichkeit am Standort Marien-Hospital Euskirchen (2009). Gemäß unseres Leitbildes setzen wir stets den kranken, alten, pflege- und hilfsbedürftigen Menschen in den Fokus unseres Handelns, an dieser Wertvorstellung werden wir auch unser zukünftiges Handeln ausrichten.
  • Durch den Bau von zwei Ärztehäusern konnten neben den stationären Versorgungsangeboten weitere medizinische Angebote und Praxen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Krankenhaus angebunden werden. Die räumliche Nähe und enge Kooperation führt zu einer optimalen Vernetzung zwischen den Praxen in den Ärztehäusern, den Krankenhausärzten und den niedergelassenen Ärzten. Sie stellt sicher, dass jeder Patient ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept erhält. Aber auch die kurzen Wege zwischen den verschiedenen Behandlungsstationen wirken sich positiv auf den Behandlungsverlauf von Patienten aus. Mit den beiden Ärztehäusern sind nunmehr folgende Fachrichtungen am Marien-Hospital vertreten:

  - Strahlentherapie
  - Gynäkologie und Geburtshilfe
  - Innere Medizin
  - Onkologie
  - Orthopädie
  - Nephrologie
  - Urologie
  - Kinder- und Jugendmedizin
  - Allgemeinmedizin
  - Dermatologie
  - Neurochirurgie

Geschichte des Marien-Hospital Euskirchen

Am 4. Juli 1863 erhielt die Stiftung durch den allerhöchsten Erlass des Königs von Preußen die Rechte einer juristischen Person und wurde somit als Stiftung anerkannt. Dies war eine besondere Ehrung für den Dechant Jakob Vogt, der bereits im Oktober 1853 ein größeres Grundstück in der Innenstadt mit Wohngebäude und Stallungen als Kern der Stiftung erwarb, um der Bevölkerung bei Bedürftigkeit und Krankheit helfen zu können. Mit der Übernahme der Krankenpflege durch die „Armen Schwestern vom hl. Franziskus“ aus Aachen im Jahre 1855 nahm das Krankenhaus seinen Betrieb auf. Bereits im Jahr 1859 war ein Erweiterungsbau notwendig, da die Aufnahmekapazität erschöpft war. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Hospital zügig erweitert, die ersten Erweiterungen folgten 1866 und 1870.

Im Jahr 1880 liest man im Generalbericht des öffentlichen Gesundheitswesens für den Regierungsbezirks Köln über das Marien-Hospital: "Marien-Hospital Euskirchen: Stiftung für städtische Kranke aller Confessionen - 100 Betten - ohne dirigierenden Arzt - Armen- und Fabrikärzte behandeln ihre zugehörigen Kranken; Isolierte Abteilung für ansteckende Kranke - Krankenpflege durch kath. religiöse Genossenschaft".

Die Krankenhausstruktur der ersten Jahrzehnte war denkbar einfach. Fast alle ortsansässigen Ärzte behandelten mehr oder weniger ihre Patienten im Bedarfsfall im Marien-Hospital. Die Behandlung der Kranken bedurfte ständig mehr Räumlichkeiten, sodass ein neues Gebäude im Herbst 1890 bezogen wurde. Im Jahr 1910 wurde ein großer Anbau mit neuen OP-Räumen erbaut, ein weiterer Anbau folgte im Jahr 1914. Erst langsam wurden einzelne Fachgebiete verselbständigt. Die ersten hauptamtlich leitenden Ärzte für Chirurgie und Innere Medizin wurden erst im Jahr 1938 im Marien-Hospital eingestellt.

Die Kriegseinwirkungen zwangen zur Verlegung der Patienten nach Kirspenich. Der Hauptluftangriff am 7. Januar 1945 zerstörte das Hospitalgebäude an der Klosterstraße.
Der mühsame Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1945 bis 1951. Es wurde jedoch schon bald deutlich, dass das alte Marien-Hospital in der Innenstadt nicht mehr den erhöhten Anforderungen einer Kreisstadt und einer funktionsfähigen und modernen medizinischen Versorgung genügte und die baulichen Verbesserungen nach dem Kriege nur Behelfslösungen darstellten.

Im Jahr 1962 beschloss daher der Verwaltungsrat einen Neubau des Krankenhauses am Stadtwald. Mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen, der Stadt und des Kreises Euskirchen wurde schließlich in einem ersten Bauabschnitt in den Jahren 1964 bis 1970 am Stadtwald der Hospitalneubau mit Nebengebäuden durch ein Investitionsvolumen von über 50 Millionen DM errichtet. Der Einzug in den Neubau mit anfangs 365 Planbetten erfolgte am 11. Juli 1970.

Im Jahr 1976 wurde die Psychomedizinische Abteilung (heute: Abteilung für klinische Psychiatrie und Psychotherapie) als zusätzliche Fachabteilung eröffnet. In den Jahren 1981 und 1982 erfolgte in einem zweiten Bauabschnitt ein Erweiterungsbau, wodurch sich die Gesamtbettenzahl auf 465 Planbetten erhöhte.
Seit 1977 ist das Marien-Hospital Euskirchen Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn.

Seit 1999 ist am Marien-Hospital Euskirchen eine Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie eine Psychotherapie der Rheinischen Kliniken Bonn als Tagesklinik angegliedert. Im Rahmen der landesweiten Krankenhausplanung wurde im Jahr 2005 für das Marien-Hospital Euskirchen der Bedarf für eine Neurologische Abteilung mit 30 Betten und eine Palliativstation mit 6 Betten anerkannt. Aufgrund der gesunkenen Verweildauer verfügt das Marien-Hospital nunmehr über 431 Planbetten.

Seit Beginn ist die Betreuung älterer Menschen einer der Schwerpunkte dieser kirchlichen Stiftung. Während in den ersten Jahren nicht streng zwischen Alten- und Krankenpflege getrennt wurde, entstand nach dem 2. Weltkrieg das erste Altersheim in der Hochstraße und später am Neutorwall.

1985 wurde das Altenzentrum Euskirchen eröffnet. Zuwachs erhielt das Altenzentrum im Juli 2006 mit der Inbetriebnahme des Resi-Stemmler-Hauses. Somit verfügt das Altenzentrum nunmehr über 139 Planbetten. Hinzu kommen rund 200 Altenwohnungen in verschiedenen Gebäuden um das Altenzentrum, in der Gottfried-Disse-Straße, In den Benden, Gerberstraße und auf dem Malzfabrikgrundstück.

Ganz im Sinne des Stiftungsauftrages eröffnete im September 2011 das Hospiz der Stiftung Marien-Hospital Euskirchen auf dem Gelände der ehemaligen Malzfabrik. Mit dieser Einrichtung wurde eine wichtige Lücke in der Versorgung von Menschen, die an einer nicht heilbaren Krankheit leiden und deren Pflege und Betreuung in der häuslichen Umgebung nicht mehr möglich ist, geschlossen.

Im September 2012 eröffnete auf dem Gelände des Marien-Hospitals die Kindertagesstätte der Stiftung Marien-Hospital Euskirchen. Die Einrichtung ist ein öffentlicher Kindergarten mit ca. 30 Plätzen. Diese stehen nicht nur Kindern von Mitarbeitern der Stiftung, sondern auch Kindern aus dem Kreis Euskirchen zur Verfügung.

Kontakt

Marien-Hospital Euskirchen
Gottfried-Disse-Straße 40
53879 Euskirchen
Tel.: 0 22 51 - 90 0
Fax: 0 22 51 - 90 10 92
E-Mail: info(at)marien-hospital.com