Cardiac Arrest Center

Jährlich erleiden über 60.000 Patienten einen plötzlichen Herzkreis-laufstillstand – außerhalb von Krankenhäusern. Die betroffenen Patienten müssen zeitnah durch Ersthelfer behandelt werden. Und das so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft. Für die weitere Behandlung ist eine multiprofessionelle Behandlung unabdingbar.
 

Das Marien-Hospital Euskirchen ist seit September 2023 – als einziges Krankenhaus der Region – als Cardiac Arrest Center zertifiziert. Ein Cardiac Arrest Center (kurz CAC) ist ein zertifiziertes Krankenhaus, das auf die Weiterbehandlung von Patientinnen und Patienten, die noch vor der Einlieferung in ein Krankenhaus erfolgreich reanimiert wurden, spezialisiert ist.

Unter Leitung von Chefarzt Dr. Jesko Priewe sind folgende medizinische Fachabteilungen an dem Kompetenzzentrum beteiligt: Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, Anästhesie und operative Intensivmedizin, Neurologie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie unsere Zentrale Notaufnahme. Gemeinsam erfüllten sie sämtliche Qualitätsstandards nach den strengen Kriterien der der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC).

Das Konzept des Cardiac Arrest Centers ist in Deutschland tatsächlich noch recht jung. Nach einer Pilotphase wurde 2019 das bundesweite Zertifizierungs-Roll-out für CACs gestartet. Zuvor erarbeitete unter dem Schirm des GRC eine Arbeitsgruppe aus Anästhesiologen, Kardiologen und Intensivmedizinern erstmals Basis-Anforderungen für CAC. Die Kriterien wurden von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin (DGIIN) bewilligt.

Ziel ist es, eine einheitliche Definition von Cardiac Arrest Centern zu ermöglichen und vergleichbare Standards und Grundstrukturen für eine optimale Patientenversorgung und somit bessere Überlebenschancen zu erreichen. Zugleich soll dem Rettungsdienst hierdurch eine zielsichere Zuweisung von prähospital reanimierten Patienten ermöglicht werden. Beides ist für Betroffene von entscheidender Bedeutung. Deshalb setzt sich der GRC für die einheitliche Zertifizierung von Cardiac Arrest Centern ein.

Außerklinisches Engagement

Im Rahmen der Zertifizierung wurde seitens der Auditoren das außerklinische Engagement von ZNA-Chefarzt Priewe ganz besonders gewürdigt: Neben zahlreichen Ersthelferschulungen zum Thema Wiederbelebung werden über den Verein „Lebensretter im Kreis Euskirchen e. V.“, dessen 1. Vorsitzender und Gründungsmitglied er ist, öffentlich zugängliche Defibrillatoren (AED) im gesamten Kreisgebiet etabliert und betrieben. Dabei nutzt der Verein die von Dr. Priewe erarbeitete Netzwerkkarte für AEDs. Seit Februar 2022 konnten so schon Spenden für insgesamt 140 Geräte gesammelt werden. Auch setzt der Verein sich für die weitere Verbreitung der Ersthelferalarmierungs-App „corehelper“ ein. Ein weiteres Projekt des Vereins „Kids save lifes“, bei dem Lehrer und Schüler ausgebildet werden, steht bereits in den Startlöchern.

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