Magenkrebs

Tumore in der Magenschleimhaut

Bösartige Tumore des Magens, auch Magenkrebs genannt, entwickeln sich in den meisten Fällen in der Magenschleimhaut. Häufig liegt der Ursprung in entarteten Drüsenzellen der Magenschleimhaut, die für die Produktion des Magensaftes zuständig sind. Deshalb sprechen Mediziner von einem Adenokarzinom. Nur sehr selten gehen die Tumore von entarteten lymphatischen Zellen oder Muskel- und Bindegewebszellen aus. Bei der Entstehung von Darmkrebs wird zwischen erblichen und erworbenen Risikofaktoren unterschieden. Neben einer familiären Vorbelastung sowie Ernährungs- und Umweltfaktoren ist die Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori ein entscheidender Risikofaktor. Erste Anzeichen wie Übelkeit, Oberbauchschmerzen und Appetitlosigkeit in Kombination mit Gewichtsverlust sind unspezifisch und sollten daher frühzeitig mittels endoskopischer Untersuchung abgeklärt werden.

Mann beim Joggen

Diagnose und Therapie

Magenkrebs erkennen und behandeln

Bei Verdacht auf Magenkrebs führen unsere Gastroenterologen eine Magenspiegelung durch. Bei besonderen Fragestellungen kombinieren sie diese mit einer Endosonographie. Dabei wird ein Endoskop verwendet, das mit einem Schallkopf und einer hochauflösenden Mikrokamera ausgestattet ist. Auf den endoskopischen Bildern werden Veränderungen unterhalb der Magenschleimhaut erkannt. Im Rahmen dieser Untersuchung kann sowohl eine Beurteilung des Mageninneren erfolgen als auch eine Gewebeprobe zur weiteren feingeweblichen Histologie entnommen werden.

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Magenkarzinom, klären unsere Experten den Patienten über die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten auf. Sämtliche Befunde fließen zuvor in die wöchentlichen Fallbesprechungen unserer Tumorkonferenzen ein. Hier stimmen unsere Experten gemeinsam die Möglichkeiten für das weitere medizinische Vorgehen ab. Unser interdisziplinäres Expertenteam behandelt jeden an Krebs Erkrankten individuell. So profitieren unsere Patienten von der bestmöglichen Therapie mit den größtmöglichen Heilungschancen. Dabei berücksichtigt das Team die individuellen Voraussetzungen wie den allgemeinen Gesundheitszustand sowie Vor- und Begleiterkrankungen.

Im weiteren Verlauf gilt es festzustellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes liefert weitere wichtige Erkenntnisse. Diese kann sowohl von innen durch die Speiseröhre und den Magen als auch von außen durch die Bauchdecke erfolgen. Sie hilft bei der Suche nach Metastasen und ist somit von besonderer Bedeutung für die weiterführende Therapieplanung. Ergänzende Informationen erhalten unsere Experten durch die Computertomographie. Hier können erfahrene Radiologen sehr gut erkennen, ob sich der Tumor bereits über den Magen hinaus ausgebreitet und weitere Organe befallen hat. In diesem Fall ist eine Bauchspiegelung notwendig. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff führen die Spezialisten eine Mikrokamera durch einen schlüssellochgroßen Schnitt in den Bauchraum ein. Dabei können sie eindeutig feststellen, ob der Tumor in den Bauchraum oder ins Bauchfell gestreut hat.

Bei frühzeitiger Diagnose können unsere Experten kleine Tumore minimalinvasiv über einen endoskopischen Eingriff entfernen. Ähnlich wie bei der Magenspiegelung schieben sie dabei einen flexiblen Schlauch mit einer hochauflösenden Mikrokamera und Operationsbesteck bis in den Magen vor und entfernen den Tumor sowie unmittelbar benachbartes Gewebe. Ist die Krebserkrankung so weit fortgeschritten, dass unsere Gastroenterologen nicht mehr endoskopisch eingreifen können, muss der Patient offen-chirurgisch operiert werden. Bei Tumoren in fortgeschrittenen Stadien erfolgt die teilweise oder vollständige Entfernung des Magens (Magenresektion). Um nach einer teilweisen Entfernung des Magens eine Nahrungspassage zu ermöglichen, verbinden sie nach der Magenresektion den verbliebenen gesunden Magen direkt mit dem Dünndarm. Bei vollständiger Magenentfernung dient der obere Abschnitt des Zwölffingerdarms als Ersatzmagen. Bereits befallene Lymphknoten werden ebenfalls entfernt. Postoperativ erhalten Patienten häufig ergänzend eine Chemotherapie, die in erster Linie einen erneuten Ausbruch der Krebserkrankung verhindern soll. Oft wird mit der Chemotherapie jedoch bereits vor einer anstehenden Operation begonnen. Dadurch kann der Tumor verkleinert und die Durchführung der Operation erleichtert werden.

Sämtliche Therapiemethoden wirken sich auf die Ernährung, auf die Nährstoffverwertung und auf die Verdauung aus. Daher beraten unsere Experten zusammen mit unseren Ernährungsberatern Betroffene individuell, wie sie weiterhin Speisen zu sich nehmen und worauf sie achten können. Krebserkrankungen sind für Betroffene und Angehörige gleichermaßen belastend. Deswegen stehen ihnen neben unseren Chirurgen auch speziell geschulte Psychoonkologen in jeder Diagnose- und Therapiephase zur Seite.

Ist die Krebserkrankung bereits zu weit fortgeschritten, arbeitet unsere Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie eng mit den Palliativmedizinern zusammen. In diesen Fällen wird eine symptomlindernde Therapie in die Wege geleitet, die solange wie möglich die Lebensqualität der Betroffenen erhält.

Experte

Prof. Dr. med. Kenko Cupisti

Prof. Dr. med. Kenko Cupisti

Chefarzt

Werdegang
Dr. med. Alban Schulte-Fischedick

Dr. med. Alban Schulte-Fischedick

Chefarzt

Werdegang
PD Dr. med. Olaf Rieker, Chefarzt Radiologie und Nuklearmedizin

PD Dr. med. Olaf Rieker

Chefarzt

Werdegang