Arthrose des Sprunggelenks

Verschleiß des Gelenkknorpels

Bei einer Arthrose des Sprunggelenks verschleißt die Knorpelschicht im Sprunggelenk und kann ihre Funktion als „Stoßdämpfer“ nicht mehr erfüllen. Die Knochen des Gelenks reiben zunehmend direkt gegeneinander.

Häufig sind Unfälle der Auslöser einer späteren Arthrose, auch wenn zwischen den Ereignissen mitunter Jahre vergehen können. Auch schwere körperliche Arbeit kann zu einer Sprunggelenksarthrose führen.

Diagnose

Viele Arthrosen im Sprunggelenk gehen auf vorangegangene Verletzungen zurück. Deshalb fragt der untersuchende Mediziner zu Beginn nach früheren Unfällen. Weil auch Fehlstellungen des Fersenbeins eine Arthrose begünstigen können, gehört eine Untersuchung der Beinachse zu den einleitenden Untersuchungen.

Nimmt der Gelenkspalt ab, ist der Knochen vermutlich geschädigt

Röntgenaufnahmen werden auch unter Belastung des Beins vorgenommen und teilweise durch eine Computertomografie (CT) ergänzt. Eine Verschmälerung des Gelenkspaltes im Sprunggelenk weist indirekt auf eine Knorpelschädigung hin. In einigen Fällen ist ein ergänzendes MRT notwendig.

Jogger

Therapie

Arthrose ist im klassischen Sinne nicht heilbar. Deshalb richtet sich der Behandlungsfokus darauf, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit zu erhalten und das Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen. Physiotherapie mit Muskeltraining und koordinativen Übungen verbessert Regel die Gelenkstabilität. Orthopädische Schuhe mit verstärktem Außen- oder Innenrand oder Einlagen können die die Stellung des Gelenks verbessern.

Das eigene Gelenk so lange wie möglich erhalten

Sind die Möglichkeiten für konservative Therapien aber ausgeschöpft, kommt eine Operation in Betracht. Bei der Beratung zu einer geeigneten Behandlungsstrategie verfolgen wir bei allen Patienten mit Gelenkarthrose grundsätzlich das Ziel, das körpereigene Gelenk so lange wie möglich zu erhalten.

Als Sprunggelenksarthroskopie bezeichnet man die Befreiung des Gelenks von freien Gelenkkörpern und Knorpelabrieb. Der Eingriff, bei dem kleinen Kamerasonden (Optik) in das Gelenk eingeführt werden, kommt mit sehr kleinen Hautschnitten von etwa einem Zentimeter aus. Der Operateur kann den Zustand von Bändern, Knochen und Knorpel in direkter Kamerasicht begutachten und in geeigneten Fällen gleich beheben.

Knorpelersatz und Mikrofrakturierung

Vor allem bei jungen Patienten kommen moderne Knorpelersatzverfahren in Frage, um dem Gelenkverschleiß entgegenzuwirken. Ein weiteres Verfahren, welches sich bei der Behandlung von Knorpeldefekten bewährt hat, heißt Mikrofrakturierung. Dabei bohren die Ärzte die Oberfläche des unter dem beschädigten Knorpel liegenden Knochen an. Aus dem Knochengewebe tritt Blut aus. Darin befinden sich Stammzellen aus dem Knochenmark, die in der Lage sind, sich in Knorpelzellen umzuwandeln. Sie lagern sich in der betroffenen Stelle an ein und bilden einen faserigen Ersatzknorpel.

Minimal-invasiver Knochentransfer

Beim so genannten Knorpel-Knochen- Transfer (OATS) wird aus dem unbelastetem Knorpelbereich ein Knorpel-Knochen-Zylinder entnommen und minimal-invasiv in die verletzte Zone eingebracht. Diese Operationstechnik wird auch Mosaikplastik genannt, weil durch die punktuellen Einfügungen optisch eine Art Mosaik entsteht.

Nach Versteifung kann der Fuß wieder voll belastet werden

Um die Schmerzen einer fortgeschrittenen Sprunggelenksarthrose zu lindern, kommt schließlich eine Versteifung der Knochen im Sprunggelenk in Frage. Der Fuß kann danach wieder voll belastet werden.  Bei schnellerem Gehen oder Laufen macht sich allerdings die geringere Beweglichkeit des Sprunggelenks bemerkbar, der mit speziell angepassten Schuhen entgegengewirkt werden kann.

Die Implantation einer Sprunggelenksprothese stellt inzwischen eine gute Alternative zur Versteifungsoperation des oberen Sprunggelenks dar.

Experten

Dr. med. Ilja Windrath, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Ilja Windrath

Chefarzt

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Dr. med. Christoph Fier, Leitender Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Christoph Fier

Leitender Oberarzt

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Dr. med. Stephanie Adam

Dr. med. Stephanie Adam

Oberärztin

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Dr. med. Fred Thomalla, Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Fred Tomalla

Oberarzt

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