Chronische Wunden

Schlechte Wundheilung mit starken Schmerzen

Chronische Wunden entwickeln sich sehr langsam und heilen trotz medizinischer Versorgung über einen längeren Zeitraum nicht ab. Eine schlechte Wundheilung entsteht in den meisten Fällen als Folge eines Diabetes mellitus, einer Durchblutungsstörung oder einer Immunschwäche.

Auch akute Wunden können chronisch werden

Darüber hinaus können auch akute Wunden jederzeit chronisch werden, wenn sie nicht fachgerecht versorgt werden. Betroffene leiden meist an starken Schmerzen. Das berufliche und soziale Leben ist meist stark beeinträchtigt.

Diagnose und Therapie

Diagnose

Zunächst müssen die Ursachen beziehungsweise die Grunderkrankung festgestellt werden. Nach einer körperlichen Untersuchung wird daher die Durchblutung der Füße gemessen. Ein spezielles Wundmanagement ist zentraler Bestandteil der Behandlung. Die Wunde muss sorgfältig gereinigt werden, Spezialverbände und Spezialschuhe sind wichtig. Bei Bedarf erhalten Patienten schmerzstillende Salben oder Medikamente. Feuchte Kompressen, Folien oder Hydrogele halten die Wunde feucht, saugen überschüssige Wundflüssigkeit auf und schützen vor weiteren Infektionen.

Madentherapie als Alternative zur Operation

Bei infizierten, chronischen und stark belegten/besiedelten Wunden kommt eine Madentherapie als Alternative zur chirurgischen Wundreinigung in Frage. Die Maden lösen abgestorbene Gewebereste ab, greifen aber kein gesundes Gewebe an. Sie werden als steril abgepacktes, kleines Päckchen direkt auf die Wunde gelegt und mit einem luftdurchlässigen Verband fixiert.

Im Rahmen eines stationären Aufenthalts erweist sich in geeigneten Fällen eine Madentherapie als erfolgversprechende Behandlungsmethode. Bei stark infizierten Wunden wird ein luftdurchlässiger Biobag mit 50-100 Maden auf das betroffene Gewebe aufgebracht. Er bleibt unter regelmäßiger Kontrolle für bis zu drei Tagen auf der Wundfläche. Die verwendeten Maden wurden unter sterilen Bedingungen in einem Labor für den medizinischen Einsatz gezüchtet.

Umfassende Beratungsgespräche

Die Therapie richtet sich immer nach dem Schweregrad der Wunde, dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten und möglichen Begleiterkrankungen. In umfassenden Beratungsgesprächen werden sie über sämtliche zur Verfügung stehende Behandlungsmethoden informiert und aktiv in die Therapie eingebunden.

Experten

Thomas Broszey, Kommissarische Leitung Gefäßchirurgie

Thomas Broszey

Leitender Oberarzt