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ADHS Bei Erwachsenen oft unentdeckt und verkannt

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, galt lange Zeit als eine Kinderkrankheit, die sich bis zum Eintritt in das Erwachsenenalter zurückbildet – diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt: Ein Großteil der betroffenen Kinder/Jugendlichen leidet auch noch im Erwachsenenalter unter den typischen ADHS-Symptomen und den damit verbundenen Problemen. 

ADHS kennzeichnet sich bei Kindern und Jugendlichen durch die drei Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Symptomatik im Erwachsenenalter verändert sich allerdings in ihrer Art und Ausprägung: So kann der motorische Bewegungsdrang bei Kindern einer ständig vorhandenen inneren Unruhe bei Erwachsenen weichen. Verminderte Aufmerksamkeit mit Desorganisation, „Aufschieberitis“ oder Stimmungsschwankungen hingegen können eine stärkere Relevanz bekommen. Erwachsene mit  ADHS stehen häufig unter andauerndem emotionalen und sozialen Druck. Sie sammeln in den meisten Fällen bereits seit ihrer Kindheit oder Jugend negative Erfahrungen und leiden unter ständigen privaten und beruflichen Schwierigkeiten. So können über die Jahre hinweg psychische Begleiterkrankungen wie Angst- und Panikstörungen, Depressionen, Zwangserkrankungen und Schmerzsyndrome entstehen und den Alltag zusätzlich erschweren. Im Erwachsenenalter ist ADHS schwer zu erkennen. Hierzu tragen vor allem die stark variierende Intensität und Ausprägung der Symptome in den unterschiedlichen Alters- und Lebensabschnitten bei. Ebenso können die Symptome auch auf andere psychische Erkrankungen hinweisen.

DIAGNOSE UND THERAPIE

Die Diagnose von ADHS bei Erwachsenen erfolgt in mehreren Terminen mittels ausführlicher Anamnese und verschiedener wissenschaftlich fundierter Verfahren (z. B. Interviews, Fragebögen und weitere psychometrische Instrumente).

Ziel ist eine sorgfältige und differenzierte Abklärung. Im Anschluss erhalten die Betroffenen einen ausführlichen schriftlichen Befundbericht mit diagnostischer Einschätzung und Empfehlungen für das weitere Vorgehen.

Sie werden umfassend beraten und erhalten eine geeignete Therapieempfehlung. Diese richtet sich dabei stets nach den individuellen Symptomen, dem Schweregrad der Erkrankung sowie dem Alter. Die Patienten profitieren von maßgeschneiderten Bewältigungskonzepten, die auf ihre spezifische Lebenssituation ausgerichtet werden und die Lebensqualität der Betroffenen sowie deren Angehörigen deutlich steigern. Die Therapie ist meist multimodal und kombiniert Psychoedukation, Verhaltenstherapie und medikamentöse Behandlung. Ziel ist es, Symptome wie Unkonzentriertheit und Impulsivität zu lindern sowie den Alltag durch Strategien besser zu strukturieren.

 

 

Dieser Beitrag ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung und Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt und darf nicht zur eigenständigen medizinischen und/oder psychischen Behandlung verwendet werden.

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