Therapie

Wir behandeln Brustkrebserkrankungen immer individuell. In unseren wöchentlichen Tumorkonferenzen erarbeiten wir für jede Patientin zielgerichtete Therapiekonzepte. Diese richten sich stets nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, vor allem jedoch nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen. Hierfür beraten sich unsere ausgewiesenen Experten aus den Fachbereichen Senologie, Radiologie, Pathologie, Onkologie und Strahlentherapie. Besonderes Augenmerk legen wir auf eine Selbstbestimmung der Patientin. Sämtliche Therapieempfehlungen stimmen wir daher gemeinsam mit ihnen in umfassenden Beratungsgesprächen ab. Gemeinsam besprechen wir die Möglichkeiten der operativen Versorgung, der medikamentösen Behandlung und der Strahlentherapie. Wir geben unseren Patientinnen jederzeit die Möglichkeit, eine Zweitmeinung einzuholen.

Tumorchirurgie

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Mammakarzinom (Brustkrebs), planen sämtliche beteiligten Spezialisten im Rahmen unserer wöchentlichen Tumorkonferenz die nächsten Therapieschritte. Unser Ziel ist es, wenn möglich, die Brust der Betroffenen zu erhalten. Unser spezialisiertes Team verfügt über eine langjährige Expertise auf dem Gebiet der Brustchirurgie. Sowohl bei gut- als auch bösartigen Erkrankungen der Brust.

Brusterhaltende Operation

In den meisten Fällen empfiehlt sich eine brusterhaltende Operation. Dabei ist wichtig zu wissen, dass eine brusterhaltende Operation im Vergleich zu einer Mastektomie (Amputation der Brust) kein erhöhtes Rezidivrisiko birgt, wenn sie in Kombination mit einer Strahlentherapie erfolgt. Für den Operationserfolg ist ausschließlich die komplette Entfernung des Tumors entscheidend. Bei einer brusterhaltenden Operation wird zielgerichtet das betroffene Brustgewebe vom gesunden Brustgewebe entfernt. Der Fokus liegt darauf, die Brust weitestgehend zu erhalten. Die Schnittführung erfolgt in unserem Brustzentrum deshalb stets individuell. So werden in jedem Einzelfall onkologische als auch ästhetische Aspekte berücksichtigt. Erhaltende Brustchirurgie umfasst in der Regel auch eine Entnahme von Achsellymphknoten. Bei Tumorerkrankungen ist der Sentinel-Lymphknoten, auch Wächter-Lymphknoten genannt, in der Regel der erste Lymphknoten, der befallen wird, wenn es zu einer Verschleppung von Tumorzellen aus dem erkrankten Gebiet der Brust kommt. Im Rahmen einer Brustkrebsoperation wird dieser Wächter-Lymphknoten entfernt. Um ihn während der Operation aufzufinden, wird er am Vortag der Operation von unseren Nuklearmedizinern markiert. Dazu wird eine schwach radioaktive Substanz unter die Haut gespritzt. Diese wird über die Lymphe abtransportiert und reichert sich im Wächter-Lymphknoten an. Mittels Gamma-Finder kann er dann während der Operation dargestellt und entfernt werden. Ist der Wächter-Lymphknoten von Tumorzellen befallen, müssen häufig weitere Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden.

Mastektomie / Amputation der Brust

Ist eine brusterhaltende Operation nicht möglich, ist eine vollständige Amputation der Brust nötig, von Medizinern auch Mastektomie genannt. Unsere erfahrenen Ärztinnen klären unsere Patientinnen über sämtliche rekonstruktive operative Maßnahmen auf und bieten vielfältige Methoden an. Die Empfehlung zu einer Operationsmethode basiert auf dem Stadium der Krebserkrankung, der Beschaffenheit des Tumors, dessen Größe und Ausbreitung sowie dem Wunsch der Patientin.

Medikamentöse Therapien

Ergänzend zur Brustchirurgie ist die medikamentöse Therapie eine weitere wichtige Behandlungssäule eines Mammakarzinoms. Zur optimalen Ausrichtung der Therapie mit größtmöglichen Heilungschance, beraten wir unsere Patientinnen zur adäquaten Therapiemethode in Abhängigkeit der Tumorbiologie. Etablierte und erfolgreiche Methoden sind vor allem die antihormonellen Therapien, Antikörpertherapien und Chemotherapien. Dadurch wird die Möglichkeit eines Rückfalls wesentlich vermindert und die langfristigen Heilungschancen erhöht.

Endokrine Therapie

Bösartige Brusttumore sind häufig hormonabhängig. Eine Anti-Hormontherapie kann hierbei helfen, das Wachstum zu verlangsamen bzw. das Rückfallrisiko zu reduzieren. Die Medikation wird in der Regel in Form einer Tablette verabreicht und wird meist gut vertragen.

Antikörpertherapien

In einigen Fällen kann eine Antikörpertherapie notwendig sein. Sie richtet sich gezielt gegen Tumorzellen, indem sie bestimmte Oberflächenstrukturen auf ihnen erkennt und bindet. Für wen diese Therapie geeignet ist, wird im Rahmen der wöchentlichen Tumorkonferenz individuell besprochen.

Chemotherapie

Chemotherapien können neoadjuvant (vor einer Operation) oder adjuvant (nach einer Operation) verabreicht werden. Bei entsprechender Indikation zur Chemotherapie wird diese bevorzugt neoadjuvant durchgeführt. Vorteil dieser Therapieform ist, dass das Ansprechen des Tumors überprüft werden kann. Zudem ermöglicht eine Chemotherapie oft eine Verkleinerung des Tumors, so dass häufiger eine brusterhaltende Operation erfolgen kann. Die Art der Chemotherapie wird individuell auf die Spezifika des Tumors sowie auf die Patientin selbst abgestimmt. Die Chemotherapie führen wir in langjähriger und erfolgreicher Zusammenarbeit mit der onkologischen Praxis auf unserem Campus durch. Ob eine Chemotherapie durchgeführt werden muss, entscheidet sich in einigen Fällen erst durch weitere Untersuchungen am Operationsgewebe. Gegebenenfalls werden genetische Tests veranlasst, um eine Aussage über ein mögliches Rezidivrisiko treffen zu können.

Strahlentherapie

Strahlentherapien erfolgen in der Regel nach brusterhaltenden Operationen, um das Rückfallrisiko in der erkrankten Brust deutlich zu reduzieren. In seltenen Fällen kann eine Strahlentherapie auch nach einer Brustamputation notwendig sein. Heute findet eine Bestrahlung unter Einsatz modernster Geräte statt. Diese können die Strahlen exakt auf das betroffene Gewebe ausrichten. Somit wird das umliegende gesunde Gewebe vor der Strahlung geschützt und bestmöglich geschont. Die Bestrahlung erfolgt in mehreren Einzelsitzungen. So erhält das gesunde Gewebe die Möglichkeit zur Regeneration. Neben operativen Eingriffen und medikamentösen Behandlungen ist die Bestrahlung eine wichtige Therapieform bei Patientinnen mit Brustkrebs. Vor Beginn der Therapie werden sie durch unsere Ärztinnen sowie unserem Kooperationspartner für Strahlentherapie eingehend und individuell beraten und aufgeklärt.

Erhaltung von Fruchtbarkeit

Als mögliche Folge einer Krebstherapie könnte es zu einer Unfruchtbarkeit kommen. Daher leiten wir vor allem Frauen im gebärfähigen Alter und einem Kinderwunsch zur Beratung und Behandlung an die Kinderwunschklinik der Uniklinik Bonn weiter.

Kinderwunschklinik der Uniklinik Bonn