Diagnose

Jährlich kommen rund 1.000 Frauen mit dem Verdacht auf eine Erkrankung der Brust in unser zertifiziertes Brustzentrum. Die Mammadiagnostik (Brustdiagnostik) beschäftigt sich mit sämtlichen Erkrankungen der weiblichen und männlichen Brust. Verschiedene bildgebende Verfahren werden zur Früherkennung, Diagnose von gut- oder bösartigen Veränderungen der Brust sowie zur exakten Lokalisierung und Darstellung von Tumorerkrankungen eingesetzt. Mittels Sonographie, Mammographie und MRT verschaffen wir uns ein genaues Bild der Veränderungen. Minimal-invasive Methoden wie Stanzbiopsie und Vakuumsaugtherapie werden zur feingeweblichen Sicherung unklarer Befunde durchgeführt. Bei dem Großteil unserer Patientinnen können wir aufgrund einer gutartigen Erkrankung der Brust Entwarnung geben. Alle Fälle mit bösartigen Befunden werden in unserer wöchentlichen Tumorkonferenz eingebunden und von einem interdisziplinären und hoch spezialisierten Expertenteam bewertet. Die dort erarbeiteten Empfehlungen sind die Basis für das weitere medizinische Vorgehen.

Mammasonographie

Bei auffälligen Tastuntersuchungen ist die Mammasonographie (Ultraschalluntersuchung der Brust) eine bewährte Untersuchungsmethode, die wertvolle Zusatzinformationen liefern kann. Besonders dann, wenn es zu klären gilt, ob es sich um eine flüssigkeitsgefüllte Zyste oder um einen Gewebeknoten handelt. Die Sonographie der Brust und der benachbarten Achselhöhlen wird sehr häufig durchgeführt, da sie eine detaillierte Darstellung von Gewebeknoten ermöglicht. Prinzipiell ist die Mammasonographie für Frauen jeden Alters geeignet. Sie eignet sich jedoch besonders bei jungen Frauen unter Hormoneinfluss, mit dichtem Drüsengewebe und bei Schwangeren.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung, die an speziell auf die Untersuchung der Brust ausgelegten Geräten durchgeführt wird. Sie ist gegenwärtig die zuverlässigste Untersuchungsmethode, um auffällige Symptome zu klären und wird in enger Zusammenarbeit mit unseren erfahrenen Radiologen durchgeführt. In unserem Brustzentrum kommt ausschließlich die digitale Mammographie zum Einsatz, die als wichtiger Bestandteil der Mammadiagnostik zur Aufklärung unklarer Befunde unverzichtbar ist. Mittels digitaler Mammographie können bereits kleine, noch nicht tastbare Gewebsveränderungen und suspekte Verkalkungsmuster dargestellt werden. Darüber hinaus können mit dieser Untersuchungsmethode Vergrößerungsaufnahmen erstellt werden. Im Gegensatz zu analogen Techniken erzielen wir mit diesem Verfahren die höchste Bildqualität bei geringstmöglicher Strahlenbelastung.

Magnetresonanztomographie (MRT)

In einigen Fällen ist eine zusätzliche Magnetresonanztomographie notwendig. Vor allem dann, wenn unspezifische Befunde vorliegen, eine ungünstige Lage des Tumors eine Biopsie verhindert, die Patientin Brustimplantate trägt oder eine familiäre Genmutation nachgewiesen wurde. Ohne Strahlenbelastung können im MRT durch den Einsatz von Magnetfeldern und Radiowellen Schichtaufnahmen einzelner Körperregionen gemacht werden. Eine zusätzliche Kontrastmittelgabe erzielt eine wesentlich detailliertere Darstellung der Gewebeveränderungen.

Biopsie

Zur Abklärung und Beurteilung unklarer Tast- oder Mammographie-Befunde der Brust führen wir in enger und erfolgreicher Kooperation mit unseren spezialisierten Radiologen kleine Gewebeentnahmen durch. So können wir schnell und effizient die Gut- oder Bösartigkeit eines Gewebeknotens abklären und feststellen, inwieweit eine weiterführende Diagnostik und Therapie notwendig sind. Hierfür bieten wir drei minimal-invasive Methoden an, die sich alle durch eine schnelle Regeneration der Betroffenen auszeichnen.

Stanzbiopsie

Oft bringt erst die Entnahme einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) einer Gewebeprobe Klarheit, ob eine Veränderung des Brustgewebes gut- oder bösartig ist. Die Stanzbiopsie ist eine Standardmethode zur Gewinnung einer Gewebeprobe. Dabei wird ein Gewebeknoten zunächst unter sonographischer Bildkontrolle (Ultraschall), lokalisiert. Unter örtlicher Betäubung werden anschließend mehrere Gewebeproben mit einer zirka 1,5 Millimeter dicken Hohlnadel gewonnen (Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie). Das entnommene Gewebe wird anschließend von einem Pathologen untersucht.

Vakuumsaugbiopsie

Die Vakuumsaugbiopsie dient der Abklärung auffälliger Veränderungen, die lediglich in der Mammographie sichtbar sind. Vor allem zur genaueren Beurteilung von verdächtigen Mikrokalkgruppen. Die Vakuumsaugbiopsie ist eine minimal-invasive Biopsietechnik, bei der größere Gewebeproben als bei der Stanzbiopsie gewonnen werden können. Auch dabei werden die Gewerbeprobe mittels bildgebender Verfahren lokalisiert, unter Lokalanästhesie mit einer bis zu 3,5 Millimeter dicken Hohlnadel entnommen und anschließend von einem Pathologen feingeweblich untersucht. Durch die dickere Hohlnadel hinterlässt die Vakuumsaugbiopsie an der Einstichstelle eine kleine Narbe. Aufgrund der größeren Menge der entnommenen Gewebeprobe ermöglicht sie jedoch eine höhere Diagnosesicherheit.

MRT-gesteuerte Biopsie

Die MRT-gesteuerte Biopsie zählt zu den minimal-invasiven Biopsie-Techniken und wird bei Patientinnen durchgeführt, bei denen die auffälligen Veränderungen weder in der Mammographie noch in der Sonographie erkennbar sind. Sie ist als ergänzendes Verfahren zu betrachten. Ob dieser ambulante Eingriff durchgeführt werden muss, entscheiden unsere erfahrenen Radiologen in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen unseres Brustzentrums.

Weiterführende Diagnostik

Wurde die Diagnose Brustkrebs gestellt, folgen weitere Untersuchungen. Diese sollen vor allem Aufschluss darüber geben, ob sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat (Metastasenbildung) und in welchem Stadium sich die Krebserkrankung befindet. Eine Blutanalyse auf Tumormarker beispielsweise hilft den Verlauf einer Krebserkrankung und den Therapieerfolg zu beurteilen. Mittels CT-Thorax, einer röntgenbasierten Untersuchung des Brustkorbs, können beispielsweise Lungenmetastasen nachgewiesen werden. Ein CT-Abdomen, eine röntgenbasierte Untersuchung des Bauchraumes, hingegen ist besonders gut geeignet, Tumorabsiedlungen im Bauchraum festzustellen. Die Skelettszintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, die bereits wesentlich früher als herkömmliche Röntgenuntersuchungen Befunde von kleinsten Veränderungen der Knochen wie beispielsweise Knochenmetastasen darstellt. Die frühzeitige Diagnostik oder der Ausschluss einer Metastasenbildung ist für eine effektive und zielgerichtete Therapie von besonderer Bedeutung. Sollten sich in der Bildgebung Auffälligkeiten in anderen Organsystemen ergeben, werden diese ebenfalls biopsiert.

Gentestung bei erhöhtem familiären Risiko

Gibt es im familiären Umfeld der Betroffenen häufige Fälle von Brust- und Eierstockkrebs oder Fälle mit sehr jungem Erkrankungsalter, führen wir Tests auf eine mögliche Genmutation durch. Bei etwa 30 von 100 Brust- bzw. Eierstockkrebserkrankten liegt eine familiäre Belastung vor. In diesen Fällen vermitteln wir die Betroffenen an das kooperierende Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Neben der Testung auf eine erblich bedingte Veranlagung (genetische Disposition) erhalten unsere Patientinnen dort eine ausführliche Tumorrisikoberatung sowie weitere intensivierte Vorsorgeuntersuchungen.

Als Kooperationspartner des Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln, beraten wir Sie gerne und vermitteln bei entsprechender Indikation einen Kontakt. Die Beratungen erfolgen nicht-direktiv, das bedeutet, dass Sie sich nach der Beratung frei für oder gegen eine genetische Testung entscheiden können. Für die Durchführung des Gentests ist nur eine einfache Blutentnahme notwendig. Sollte eine Mutation nachgewiesen werden, bietet das Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs eine ausführliche Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten zur Prävention an.

Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs