Ziele
Die Klinik St. Martin bietet Ihnen im Rahmen einer stationären/ ganztägig ambulanten medizinischen Rehabilitationsbehandlung an, Schritte zu unternehmen und Lösungswege zu finden, die Ihnen ein gesünderes und befriedigenderes Leben ermöglichen können. Grundlage unserer Arbeit an den Patienten/-innen ist dabei die Indikationsbezogene Behandlung (ISI).
Indikationsbezogene Behandlung
ISI umschreibt die 3 wichtigsten Kernaspekte unserer Behandlung.
ISI erleichtert das Finden individuell-hilfreicher Behandlungswege. Damit die Behandlung gelingt, müssen die persönlichen Ausgangsbedingungen geklärt und ernst genommen werden. Je nach medizinischen, psychologischen und sozialen Gegebenheiten, sind unterschiedliche Behandlungswege angezeigt, so dass eine indikationsbezogene Behandlung ( I ) erfolgt.
Angeboten werden individuelle und indikationsbezogene Gruppen- und Einzeltherapie sowie spezifische Therapiebausteine für:
- Rückfallprophylaxe i. S. einer umfassenden alkoholismus-spezifischen Psychotherapie,
- Stress- und Konfliktkompetenz,
- Selbstsicherheit und Selbstachtung,
- sexuelle Störungen,
- Aufmerksamkeits- (ADHS) und Hirnleistungsstörungen,
- Angststörungen,
- Depressionen,
- Persönlichkeitsstörungen,
- traumatische Belastungen,
- Psychosen,
- Schmerzen.
Dazu gehört auch das Angebot eines Flexiblen Individualisierten Behandlungs-Systems (FIBS). Dies regelt eine individuelle verlaufs-bezogene Kombination von ambulanten und stationären Phasen, bzw. Therapiemodulen.
Weiterhin sind auch Kurzzeitbehandlungen und ganztägig ambulante Behandlungen (s. u.) möglich.
Soziale Selbstsorge
ISI erleichtert eine Orientierung während der Behandlung durch die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf individuell angepasste Behandlungsziele. Ein Kernziel unserer Behandlung ist die Wiederentdeckung einer sozialen Selbstsorge (S). Der Entschluss, den Suchtmittelmissbrauch zu beenden, basiert auf einer sozialen und achtsamen Selbstsorge. Eine lebendige Selbstsorge ist Quelle, Anlass und Konsequenz einer Entscheidung, im Leben etwas Besseres zu unternehmen, als sich durch Suchtmittelmissbrauch zu schädigen.
Eine soziale Sorge um sich SELBST bedeutet, eigene und soziale Antworten auf folgende Frage zu finden: „Wo will ich in meinem Leben hin und die Verantwortung, bzw. Sorge dafür übernehmen?“
Es geht darum, wieder neuen Lebensmut und Lebensschwung zu gewinnen. Unsere Behandlung zielt darauf ab, dass die Patienten/Innen besser mit widrigsten Lebensereignissen und Lebensumständen umgehen können. Das heißt: gesünder, vorausschauender, widerstandsfähiger und wirksamer zu antworten.
Eine realistische Selbstsorge drückt sich ebenfalls in der Wiedererlangung einer realistischen Arbeits- und Berufsperspektive aus. In einer mit dem sozialmedizinischen und soziotherapeutischen Bereich vernetzten Ergo- und Arbeitstherapie werden berufliche Schlüsselqualifikationen trainiert. Der berufliche Wiedereinstieg wird geplant, sowie die Rückkehr an den bestehenden Arbeitsplatz vorbereitet.
Im Hinblick einer sozialen und achtsamen Selbstsorge verstehen sich die unten angegebenen Behandlungsziele als Anstoß und Ermutigung, eigene Wege aus dem Suchtmittelmissbrauch zu suchen, zu finden und zu gehen. Im Einzelnen geht es um:
- das Erlernen gesünderer Bewältigungsmöglichkeiten durch Alternativen zur Suchtmitteleinnahme,
- die Wiederentdeckung und der Aufbau eigener Fähigkeiten und Stärken, sowie Erlaubnis zur Wahrnehmung und zum Ausdruck eigener Gefühle und Bedürfnisse,
- die Entwicklung zufriedenstellender sozialer Kontakte,
- den Aufbau einer sinnvollen Arbeits- und Berufsperspektive,
- die Verbesserung sozialer Fähigkeiten, z. B. der Umgang mit Konflikten und Stress,
- das Training lebenspraktischer Fertigkeiten,
- eine Verbesserung der körperlichen Befindlichkeit,
- die Entwicklung eines kreativen Freizeitverhaltens,
- eine Wert- und Sinnorientierung (z. B. Sinn für Humor und Achtsamtkeit).
Individuelle Lösungswege
ISI erleichtert die Wiederbelebung von Kraftquellen für die Entwicklung individueller Lösungswege (I). Entsprechend legt unsere Klinik während der Behandlung großen Wert darauf, die individuellen Ressourcen der Patienten/Innen wieder zum Leben zu wecken, um nach neuen Lösungswegen zu suchen, die zum Lebenskontext und zur jeweiligen Person unserer Klienten/Innen passen.
Getreu dem Motto unserer Klinik: „Sucht Lösungen“, nehmen wir das Phänomen Sucht zum Anlass, mit unseren Patienten/Innen gemeinsam nach besseren Auswegen und Lösungen zu suchen. Sucht nutzen wir zur Suche nach Lösungswegen, die eine bessere Entwicklung erlauben. So können lösende Entwicklungsschritte unternommen werden, die eine gesunde Teilhabe an allen wichtigen Lebensbereichen ermöglichen.
Jede/r Patient/In, bzw. Klient/In ist ein unteilbares Individuum. Das heißt, die Person des Klienten umfasst immer mehr als seine beobachtbaren Probleme. Ein weiser Therapeut (Steve de Shazer) schrieb einmal: „Etwas als ein Problem zu bezeichnen, ist bloß eine von vielen Möglichkeiten, um den Geschehnissen im Leben einen Sinn zu geben.“
Gerade bei großem Leid, sowie bei schwierigen Konflikten und problematischen sozialen Lagen, spielt der Aspekt der Ressourcenaktivierung eine entscheidende Rolle. Beide Seiten - die des Leids und die der Ressourcen - müssen so balanciert werden, dass bessere Bewältigungs- und Lösungsmöglichkeiten unternommen werden können.
Häufig passiert im Leben „Mist“. Wer die Fähigkeit entwickelt, Mist als Dünger zu verwenden und zu nutzen, kann auch leichter leidvolle Erfahrungen und Krisen für notwendige Entwicklungsschritte nutzen.
Darüber hinaus ist das Ziel einer arbeitsbezogenen Rehabilitation
die Wiederherstellung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. In einer mit dem sozialmedizinischen und soziotherapeutischen Bereich vernetzten Ergo- und Arbeitstherapie werden berufliche Schlüsselqualifikationen trainiert, der berufliche Wiedereinstieg wird geplant, sowie die Rückkehr an den bestehenden Arbeitsplatz vorbereitet.


