Die Pflege im "Resi-Stemmler-Haus"
Im Resi-Stemmler Haus arbeiten wir nach dem konzeptionellen Pflegemodell von Monika Krohwinkel (AEDL-Konzept).
Dieses ermöglicht es uns in besonderer Weise eine ganzheitliche Pflege im Sinne von geplanter Pflege unter den Maßgaben der individuellen, bedürfnisorientierten und aktivierenden Pflege anhand der 6 Schritte des Pflegeprozessmodells nach Fiechter / Meier durchzuführen.
Das Modell von Krohwinkel ist ein personenbezogenes und förderorientiertes Modell, bei dem die Fähigkeiten des Menschen eine große Rolle spielen. Wenn der Mensch Hilfe benötigt, übernimmt die Pflegekraft stellvertretend das, was der hilfebedürftige Mensch selbst tun würde, wenn er das Wissen, den Willen und die Kraft dazu hätte. Hierbei ist das Beobachten und Hinhören besonders wichtig.
Die Betreuung und Pflege der Bewohner mit Demenz erfolgt nach dem Person-zentrierten Ansatz nach Tom Kitwood der das Person-Sein beschreibt als einen Status, der dem einzelnen Menschen im Zusammenhang von Beziehung und sozialem Sein von anderen verliehen wird. Er schließt Anerkennung, Respekt und Vertrauen ein.
Obwohl bei einer demenziellen Erkrankung eine zunehmende Beeinträchtigung von kognitiven Fähigkeiten, und zum Teil gravierende Verhaltensänderungen zu verzeichnen sind, bleibt das Person-Sein auch bei Menschen mit schwerer Demenz bis zum Schluss erhalten.
Im Person-zentrierten Ansatz geht es darum, den Menschen mit Demenz als Person und als Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen zu behandeln. Tom Kitwood benennt in diesem Zusammenhang die Bedürfnisse nach Trost und primärer Bindung, nach Einbeziehung, Beschäftigung und Identität. Diese fünf einander überschneidenden Bedürfnisse vereinen sich im zentralen Bedürfnis nach Liebe. Wird ein Hauptbedürfnis befriedigt, hat dies auch Auswirkungen auf die anderen Bedürfnisse.
Es geht darum, das Personsein angesichts versagender kognitiver Fähigkeiten zu erhalten, was durch ein sensibles Befriedigen der oben genannten Bedürfnisse geschieht. Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist die Interaktion.
Tom Kitwood hat dazu zwölf wesentliche positive Interaktionen beschrieben:
- Anerkennen: Eine Person mit Demenz wird als Person anerkannt, ist namentlich bekannt und wird in ihrer Individualität bestätigt. Anerkennen geschieht nicht nur verbal, es kann auch völlig nonverbal erfolgen, wobei jedoch immer der direkte Blickkontakt grundlegend ist.
- Verhandeln: Menschen mit Demenz werden nach ihren Vorlieben, Wünschen und Bedürfnissen gefragt. Dabei werden die Ängste und Unsicherheiten, sowie das langsamere Tempo der demenziell erkrankten Menschen bei der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen berücksichtigt.
- Zusammenarbeiten: Es ist ein Prozess, an dem die Initiative und die Fähigkeiten des Menschen mit Demenz beteiligt ist. Damit ist Pflege nicht etwas, das einer Person „angetan“ wird, die ihrerseits in eine passive Rolle gezwängt wird.
- Spielen: Spielen ist Übung in Spontaneität und Selbstausdruck, eine Erfahrung, die ihren Wert in sich selbst hat.
- Timalation: Dieser Begriff bezieht sich auf Formen der Interaktion, bei denen die primäre Zugangsweise sensorisch oder sinnenbezogen ist, ohne dass Begriffe und intellektuelles Verstehen eine Rolle spielen. Sie ist bei schwerer kognitiver Beeinträchtigung besonders wertvoll.
- Feiern: Viele Menschen mit Demenz behalten trotz ihres Leidens die Fähigkeit, zu feiern. Feiern ist eine Form der Interaktion, bei der alle von einer ähnlichen Stimmung erfasst werden.
- Entspannen: Diese Art der Interaktion hat einen niedrigen Intensitätsgrad und ein sehr geringes Tempo. Viele Menschen mit Demenz können nur entspannen, wenn andere in der Nähe sind oder wenn unmittelbarer Körperkontakt hergestellt wird.
Die oben genannten sieben Arten der Interaktion haben einen stark positiven Gehalt.
Die drei weiteren sind psychotherapeutisch ausgerichtet.
- Validation: Die Erfahrung eines anderen Menschen zu würdigen, zu validieren bedeutet, die Realität und Macht dieser Erfahrung und damit ihre subjektive Wirklichkeit zu akzeptieren. Der Kern der Dinge liegt im Anerkennen der Emotionen und Gefühle einer Person und im Antworten auf der Gefühlsebene.
- Halten: Im psychologischen Sinne zu halten bedeutet, einen sicheren psychologischen Raum zu bieten, was auch das körperliche Halten umfassen kann.
- Erleichtern: In seiner einfachsten Bedeutung besagt es, eine Person in die Lage zu versetzen, etwas zu tun, das sie ansonsten nicht tun könnte, indem die Teile der Handlung übernommen werden, die fehlen. Das Erleichtern verschmilzt mit dem „Zusammenarbeiten“.
Bei den bisherigen Arten der Interaktion befindet sich die Person mit Demenz primär am empfangenden Ende. Bei den nachfolgenden Interaktionen ist die Situation umgekehrt.
- Schöpferisch sein: Dabei bietet eine Person mit Demenz dem Gegenüber spontan etwas aus ihrem Vorrat an Fähigkeiten oder sozialen Fertigkeiten an. Zwei häufige Beispiele sind, dass die Betreffenden zu singen oder zu tanzen beginnen und andere auffordern, mitzumachen.
- Geben: Dies ist eine Form der Interaktion, die sich dem Ich-Du-Modus annähert. Die Person mit Demenz bringt Besorgnis, Zuneigung oder Dankbarkeit zum Ausdruck, bietet Hilfe an oder macht ein Geschenk.




