Geschichte des Marien-Hospital Euskirchen
Am 11. Mai 1860 legte Herr Dechant Vogt den Grundstein für einen Anbau "zum Zweck eines Hospitals, nämlich zur Aufnahme einer größeren Anzahl von Kranken". In den folgenden Jahrzehnten wurde das Hospital zügig erweitert, die ersten Erweiterungen folgten bereits 1866 und 1870. Im Jahre 1880 liest man im Generalbericht für das öffentliche Gesundheitswesen des Regierungs- bezirks Köln über das Marien-Hospital: "Marien-Hospital Euskirchen: Stiftung für städtische Kranke aller Confessionen - 100 Betten - ohne dirigierenden Arzt - Armen- und Fabrikärzte behandeln ihre zugehörigen Kranken; Isolierte Abteilung für ansteckende Kranke - Krankenpflege durch kath. religiöse Genossenschaft".
Der Dienst am kranken und alten Menschen bestimmt die Entwicklung der Stiftung. Wenn auch in den ersten Jahren die Kranken- und Altenpflege nicht immer scharf getrennt werden konnte, so wurde die Krankenversorgung doch Schwerpunkt der Tätigkeit der Ordensschwestern und bedurfte ständig mehr Räumlichkeiten, sodass ein neues Gebäude im Herbst 1890 bezogen wurde; im Jahre 1910 folgte ein großer Anbau mit neuen OP-Räumen und im Jahre 1914 ein weiterer Anbau.
Die Krankenhausstruktur der ersten Jahrzehnte war denkbar einfach. Fast alle ortsansässigen Ärzte behandelten mehr oder weniger ihre Patienten im Bedarfsfalle im Marien-Hospital. Erst langsam wurden einzelne Fachgebiete verselbständigt. Die ersten hauptamtlichen leitenden Ärzte für Chirurgie und Innere Medizin wurden erst im Jahre 1938 im Marien-Hospital eingestellt.
Die Kriegseinwirkungen zwangen zur Verlegung der Patienten nach Kirspenich und der Hauptluftangriff am 7. Januar 1945 zerstörte das Hospitalgebäude an der Klosterstraße.
Der mühsame Wiederaufbau erfolgte in den Jahren 1945 bis 1951. Es wurde jedoch schon bald deutlich, dass das alte Marien-Hospital in der Innenstadt nicht mehr den erhöhten Anforderungen einer Kreisstadt und einer funktionsfähigen, modernen medizinischen Versorgung genügte und die baulichen Verbesserungen nach dem Kriege nur Behelfslösungen darstellten.
Im Jahre 1962 beschloss daher der Verwaltungsrat einen Neubau des Krankenhauses am Stadtwald. Mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und auch der Stadt und des Kreises Euskirchen wurde schließlich in einem ersten Bauabschnitt in den Jahren 1964 bis 1970 am Stadtwald der Hospitalneubau mit Nebengebäuden mit einem Investitionsvolumen von über 50 Millionen DM errichtet. Der Einzug in den Neubau mit anfangs 365 Planbetten erfolgte am 11. Juli 1970.
Im Jahre 1976 wurde die Psychomedizinische Abteilung - jetzt: Abteilung für klinische Psychiatrie und Psychotherapie - als zusätzliche Fachabteilung eröffnet. In den Jahren 1981 und 1982 erfolgte in einem zweiten Bauabschnitt ein Erweiterungsbau, wodurch sich die Gesamtbettenzahl auf 465 Planbetten erhöhte.
Seit 1977 ist das Marien-Hospital Euskirchen Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn.
1985 wurde das Altenzentrum Euskirchen eröffnet. Zuwachs erhielt das Altenzentrum im Juli 2006 mit der Inbetriebnahme des Resi-Stemmler-Hauses. Somit verfügt das Altenzentrum nunmehr über 139 Planbetten und 73 Altenwohnungen.
Seit 1999 ist am Marien-Hospital Euskirchen eine Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychotherapie der Rheinischen Kliniken Bonn als Tagesklinik angegliedert.
Im Rahmen der landesweiten Krankenhausplanung wurde im Jahre 2005 für das Marien-Hospital Euskirchen der Bedarf für eine Neurologische Abteilung mit 30 Betten, und eine Palliativ Station mit 6 Betten anerkannt. Aufgrund der gesunkenen Verweildauer verfügt das Marien-Hospital nunmehr über 431 Planbetten.





