Gemeinsam hausärztliche Versorgung sichern
Hausärzte und Krankenhäuser des Kreises Euskirchen gründen Weiterbildungsverbund
Hausärzte haben gemeinsam mit dem Marien-Hospital Euskirchen, Kreiskrankenhaus Mechernich und St. Antonius Krankenhaus in Schleiden drei Weiterbildungsverbünde Allgemeinmedizin gegründet. Der Präsident der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Nordrhein, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, überreichte am Dienstag im Beisein von Herrn Landrat Günter Rosenke die Ermächtigung für diesen Weiterbildungsverbund an die Krankenhäuser und die beteiligten Hausarztpraxen. "Durch die Umsetzung eines Gesamtweiterbildungsprogramms wird die Qualität der Weiterbildung verbessert und ist gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen jungen Assistenzärztinnen und -ärzte abgestellt", erläutert Prof. Hoppe.
Ärztinnen und Ärzte erhalten die vollständige Weiterbildung zum Facharzt/ärztin für Allgemeinmedizin am Marien-Hospital Euskirchen, im Krankenhaus Mechernich und im St. Antoniushospital in Schleiden. und bei den ausbildungsberechtigten Arztpraxen.
"Durch diesen hausärztlichen Weiterbildungsverbund leisten wir unseren Beitrag, dass die zukünftige wohnortnahe hausärztliche Versorgung sichergestellt bleibt." erklärt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Kreisstelle Euskirchen, Dr. Franz- Josef Zumbé.
Die jungen Mediziner können durch diesen Weiterbildungsverbund die vollständige Weiterbildung zum Facharzt/ärztin für Allgemeinmedizin am Marien-Hospital Euskirchen, den übrigen Krankenhäusern des Kreises und den ausbildungsberechtigten Arztpraxen erhalten.
Im Weiterbildungsverbund des Marien-Hospitals beteiligen sich die Praxen Andreas Broich, Dr. Ulrike Buchmann, Dres. Hestermann, Dr. Christoph Straßmann, Dr. Thomas Weitershagen, und Dr Ulfert Wiese.
Der demografische Wandel zeigt sich auch bei den Ärzten, über 20% der Hausärztinnen und Hausärzte sind über 60 Jahre. Jährlich sind allein im Bereich Nordrhein 200 neue Ärztinnen und Ärzte notwendig um die freiwerdenden Arztsitze neu zu besetzen. Gerade in ländlichen Gebieten zeigt sich in naher Zukunft ein Versorgungsengpass ab. Der Weiterbildungsverbund ist ein Baustein zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung, aber weitere Anstrengungen sind notwendig, um schon Studenten in ihrer Ausbildung für die interessante Tätigkeit als Hausarzt zu begeistern und für diese Tätigkeiten gerade im Kreis Euskirchen zu interessieren. Derzeit fehlen in Deutschland nach den Berechnungen des Deutschen Krankenhausinstitutes rund 5000 Ärzte in den Kliniken. Ohne eine maßgebliche Erhöhung der Medizinstudienplätze wird auch die Verbundweiterbildung nicht von Erfolg gekrönt sein. Eine Arbeitsgruppe der Gesundheitskonferenz mit Vertretern der Ärztekammer, Kassenärztlichen Vereinigung, der Krankenkassen, der Krankenhäuser und der Bürgermeister beschäftigt sich mit weiteren Lösungsvorschlägen, um dem erwarteten Ärztemangel zu begegnen.


