Interventionelles Leistungsspektrum
Das interventionelle Leistungsspektrum der Radiologie umfasst:
CT-gesteuerte Drainagen
Vertebroplastie und Kyphoplastie
Radiofrequenzablationen
Perkutane Gallengangsinterventionen
Angioplastie und Stents
Perkutane Darmsonden zur parenteralen Ernährung
CT-gesteuerte Drainagen
Diagnostische Punktionen oder therapeutische Drainagen werden im neuen CT täglich durchgeführt. Lungentumore, Lymphknoten, Lebertumore, und Nebennierentumore werden routinemäßig biopsiert. Durch Verwendung von Koaxial-Systemen wird das Risiko einer Verschleppung im Stichkanal ausgeschaltet. Die Trefferquote betrug im letzten Jahr 100%. Durch die Technik der CT-Fluoroskopie sind die Punktionen besonders schnell und sicher.
Vertebroplastie und Kyphoplastie
Mit der Vertebroplastie werden Rückenschmerzen bei osteoporotischen Frakturen von Wirbelkörpern sehr erfolgreich behandelt. Unter lokaler Betäubung wird der gebrochene Wirbelkörper punktiert und mit Zement aufgefüllt. Bei der etwas aufwändigeren Kyphoplastie wird zunächst versucht, den Wirbelkörper mit zwei kleinen Ballons aufzurichten. Vor der Behandlung fordern wir ein MRT mit STIR-Sequenz damit wirklich nur die akut schmerzhaften Wirbelkörper behandelt werden. Die Behandlung wird mit der CT-Fluoroskopie und einer zusätzlichen Durchleuchtung im horizontalen Strahlengang durchgeführt. Jedes Jahr werden über 50 Vertebroplastien und Kyphoplastien im CT durchgeführt.
Radiofrequenzablationen
Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren, mit dem bösartige Tumoren der Leber, der Lunge und der Nieren beseitigt (abladiert) werden können. Die Tumoren werden über eine Nadel stark erhitzt. In manchen Fällen ersetzt das Verfahren so eine größere Operation. Für Patienten, die wegen Begleiterkrankungen nicht operiert werden können, kann es die einzige Behandlungsmöglichkeit darstellen. Diese Behandlung wird ebenfalls mit Hilfe der CT-Fluoroskopie gesteuert. Es wird ein 200-Watt-Generator der Firma BostonScientific eingesetzt. Die Eingriffe erfolgen im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes im CT mit Vollnarkose.
Perkutane Gallengangsinterventionen
Bei bösartigen Erkrankungen der Gallenwege und des Pankreas kommt es häufig zu einem Stau der Gallenflüssigkeit, der sich als „Gelbsucht“ manifestiert. Wenn eine Ableitung der Galle über den Weg der Magenspiegelung nicht gelingt, muss die aufgestaute Galle in der Radiologie abgeleitet werden. Galleableitungen werden (auch notfallmäßig) unter Durchleuchtung angelegt. Die Ableitung wird regelmäßig über den Verschluss hinaus bis ins Duodenum eingeführt. Nach einer provisorischen Ableitung wird schließlich immer eine so genannte „Münchner Drainage“ der Firma Pflugbeil eingebracht.
Angioplastie und Stents
Die Gefäßinterventionen sind ein Schwerpunkt unserer Radiologischen Abteilung und ersetzen in vielen Fällen eine aufwändigere Gefäßoperation. Insbesondere werden Stenosen der Halsarterien, der Nierenarterien, der Beckenarterien und der Beinarterien behandelt.
Bei der interventionellen Therapie von Stenosen der A. carotis interna wird immer primär ein Stent implantiert.
Nierenarterienstenosen werden zunächst dilatiert und dann vielfach doch mit einem Stent versorgt.
Stenosen der Beckenarterien werden zunächst dilatiert und ggf. sofort mit einem Stent versorgt. Verschlüsse der Beckenarterien werden mit einem Führungsdraht rekanalisiert und mit einem exakt ausgemessenen Stent versorgt.
Stenosen und kurzstreckige Verschlüsse der Oberschenkel- und Unterschenkelarterien werden durch Ballondilatation behandelt.
Damit auch im Notfall sofort eine optimale Gefäßintervention erfolgt, wird ein sehr großes Lager an Stents und sonstigen Materialien in allen Größen und Längen vorrätig gehalten:
Ständig werden 13 Carotis-Stents (4 Wallstents und 9 Nitinolstents) sowie 10 Protektionssysteme bereitgehalten. 9 verschiedene Größen ballonmontierter Nieren-Stents (Monorail-Technik) sind vorrätig. Ferner liegen 30 verschiedene Stents für die Beckenarterien in der Radiologischen Abteilung bereit (13 ballonmontierte Stents aus Edelstahl und 17 selbstexpandierende Nitinolstents).
Perkutane Darmsonden zur parenteralen Ernährung
Wenn eine PEG (Perkutane endoskopische Gastrostomie) nicht gelingt, kann unter radiologischer Kontrolle häufig eine Darmsonde eingebracht werden.










